Erwachsene

Zahnfehlstellungen im Erwachsenenalter

Aligner-Schiene und Kiefermodell mit fester Zahnspange im Vergleich

Zahn- und Kieferfehlstellungen können auch im Erwachsenenalter eine kieferorthopädische Behandlung erforderlich machen. Häufig handelt es sich hierbei um Fehlstellungen, die bereits seit der Kindheit bestehen, im Laufe der Zeit zugenommen haben oder erst durch Veränderungen im Erwachsenenalter entstanden sind.

Ein häufiger Behandlungsanlass sind sogenannte Rezidive nach einer früheren kieferorthopädischen Behandlung. Trotz erfolgreich abgeschlossener Therapie können sich Zähne im Laufe der Jahre erneut verschieben. Ursachen hierfür können unter anderem natürliche Alterungsprozesse, Wachstumseinflüsse, funktionelle Faktoren oder eine unzureichende Retention sein.

Darüber hinaus können ausgeprägte Kieferfehlstellungen vorliegen, die nach Abschluss des Wachstums nicht mehr allein kieferorthopädisch korrigiert werden können. In solchen Fällen kann eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich sein, um funktionelle und ästhetische Beeinträchtigungen zu beheben.

Auch Befunde im Bereich der Kiefergelenke sollten im Rahmen der Diagnostik und Behandlungsplanung berücksichtigt werden. Kiefergelenkbeschwerden können verschiedene Ursachen haben und stehen nicht zwangsläufig in einem ursächlichen Zusammenhang mit einer Zahn- oder Kieferfehlstellung. Ob und in welchem Umfang eine kieferorthopädische Behandlung zur Verbesserung der individuellen Situation beitragen kann, muss daher jeweils anhand der vorliegenden Befunde beurteilt werden.

Zudem können Zahnfehlstellungen infolge parodontaler Vorerkrankungen entstehen. Durch den Verlust von Zahnhalteapparat und Knochensubstanz können Zähne ihre stabile Position verlieren und wandern. Eine kieferorthopädische Behandlung kann in solchen Fällen dazu beitragen, die Zahnstellung zu verbessern und die Voraussetzungen für eine langfristige funktionelle und parodontale Stabilität zu unterstützen. Voraussetzung hierfür ist in der Regel eine ausreichende Kontrolle und Stabilisierung der parodontalen Erkrankung.

Die Möglichkeiten einer kieferorthopädischen Behandlung im Erwachsenenalter werden durch das Fehlen von Kieferwachstum begrenzt. Dennoch können durch moderne Behandlungsmethoden häufig erhebliche funktionelle und ästhetische Verbesserungen erreicht werden. Die Behandlungsplanung erfolgt stets auf Grundlage der individuellen Befundsituation und unter Berücksichtigung der vorhandenen zahnmedizinischen und parodontalen Voraussetzungen.

Im Erwachsenenalter beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung nur in wenigen, gesetzlich definierten Ausnahmefällen an den Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung. Eine Kostenübernahme kommt in der Regel nur bei schweren Kieferfehlstellungen in Betracht, bei denen eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich ist. Auch bei medizinisch sinnvoller oder notwendiger kieferorthopädischer Behandlung besteht daher häufig kein Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, sodass die Behandlung als Privatleistung durchgeführt werden muss.

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